Springender Mann
Deutsches Spezialistenforum für Sehnenerkrankungen

Therapie

Da Sehnen über einen sehr trägen Stoffwechsel verfügen, erfordert die Therapie von Sehnenerkrankungen oft Ausdauer und die Kombination verschiedener Verfahren. Aufgrund der Ursachen der Erkrankung setzen die konservativen Behandlungsverfahren entweder auf eine Verringerung der Belastung, eine Verbesserung des Stoffwechsels oder einen Abbau der Entzündung. Im Einzelnen werden folgende Therapien eingesetzt.

Die Auswahl der notwendigen und sinnvollen Behandlungsmaßnahmen liegt ausschließlich in der Verantwortung Ihres Arztes und unserer Mitglieder. Das Tendonetz übernimmt keine Haftung für die durchgeführten Behandlungsmaßnahmen und die individuelle Beratung zu Therapienotwendigkeiten, Behandlungserfolgen und Komplikationsrisiken.

Mikronährstoffe

Es gibt Hinweise dafür, dass die Veränderung des Mikrostoffwechsels ein wesentlicher Begleitfaktor für die Entstehung von Sehnenveränderungen ist. Diese kann unter Umständen durch eine alleinige Ernährungsanpassung nicht ausgeglichen werden. Mikronährstoffe wie Enzyme, Vitamine, Spurenelemente werden zum Ausgleich solcher Ernährungsdefizite angeboten.

Exzentrisches Krafttraining

Sehnen übertragen die Muskelkraft auf den Knochen. Ein exzentrisches Krafttraining optimiert die Kraftübertragung und entlastet hierdurch die Sehnenstrukturen.

Kinesio-Tape

Kinesio-Tapes sind aus dem Leistungssport bekannt. Die elastischen Klebeverbände werden dort zur Entspannung der Muskulatur und zur Entlastung von Sehnenstrukturen eingesetzt.

Ultraschalltherapie

Ultraschall wirkt auf tiefer gelegene Gewebestrukturen. Es ist ein seit Jahrzehnten eingesetztes Verfahren, das durch Verbesserung der Durchblutung, den Gewebestoffwechsel und somit die Regeneration von Bindegewebestrukturen fördern soll.

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)

Durch kurze, sehr hoch dosierte Ultraschallimpulse kommt es bei der Extrakorporale Stoßwellentherapie zu einer Veränderung des Zellstoffwechsels an der Zellmembran. Aufgrund der Ergebnisse wissenschaftliche Studien wird es auch zur Behandlung degenerativ veränderter Sehnenstrukturen eingesetzt.

Kryotherapie (Eisbehandlung)

Kälte ist ein bekanntes Mittel zur Schmerzlinderung. Oft kommt es in Kombination mit anderen Behandlungsmaßnahmen zum Einsatz. Es eignet sich auch zur Selbstbehandlung.

Lasertherapie (Low Level Laser)

Laserstrahlen ermöglichen eine Beeinflussung des Gewebestoffwechsels. Die Eindringtiefe und der Behandlungseffekt sind abhängig von der Applikationsform und der Farbe des eingesetzten Laserlichts.

Magnetfeldtherapie

Bei der Magnetfeldtherapie werden elektromagnetische Felder eingesetzt. Aufgrund der elektromagnetischen Eigenschaften des menschlichen Körpers kommt es zu einer lokalen Beeinflussung des bestrahlten Gewebes.

Antientzündliche medikamentöse Behandlung

Verschiedene Medikamente können zu einer Verringerung der Entzündungsaktivität eines Gewebes eingesetzt werden. Man unterscheidet zwischen lokalen Darreichungen z. B. als Spritze oder Salbe und systemischen Behandlungen in der Regel durch Tabletten. Wie bei jedem Medikament müssen Vorteile und mögliche Nebenwirkungen individuell abgewogen werden. Insbesondere in akuten Entzündungsschüben ist eine medikamentöse Behandlung sinnvoll und oft ratsam.

Sklerosierungstherapie

Dopplersonographische Untersuchungen zeigen oft eine Veränderung der Gefäßstruktur im Sehengleitgewebe entzündeter Sehnenstrukturen. Solche Gefäßveränderungen können durch eine mittels Injektion durchgeführte Sklerosierung behandelt werden.

Vermeidung auslösender Belastungen

Werden Sehnenerkrankungen durch einseitige oder gleichförmige Belastungen ausgelöst, ist eine dauerhafte Heilung ohne Umstellung der Belastungsgewohnheiten nicht zu erwarten. Nicht immer sind solche Belastungen bewußt zu beeinflussen. Fehlstatiken wie ein Beckenschiefstand, chronische Blockierungen, Bissveränderungen oder eine Gangasymmetrie können ebenfalls einseitige Belastungen auslösen. Daher kann bei chronischen oder therapieresistenten Beschwerden eine umfangreiche Untersuchung und differenzierte Therapie auch nicht primär schmerzhafter Regionen notwendig sein.

transdermale Mikroapplikation

Die transdermale Mikroapplikation erlaubt das lokale Einbringen von Medikamenten ohne Hautverletzung. Das Medikament wird an einen Trägerstoff gebunden und mit einem Sauerstoffstrahl über die Haut im Beschwerdebereich vernebelt. Hierdurch wird das Medikament nachweislich durch die Haut bis in die tieferen Gewebeschichten transportiert. Der Vorteil des Verfahrens ist, neben der guten Wirksamkeit, die schmerzfreie Anwendung. Ferner kann das Verfahren auch bei Patienten mit liegenden Implantaten und mit Gerinnungsstörungen angewendet werden.

In Einzelfällen und bei chronischen Verläufen ist trotz intensiver Behandlung ein operativer Eingriff nicht zu umgehen.